Dienstag, 6. Dezember 2011

Bärchen, komm in unser Haus

Früher war ja nicht nur alles besser, sondern auch alles anders. Da glaubte man an den Coca-Cola-Vertreter und stellte seinen Stiefel raus. Darin fanden sich dann mit Glück Schokoladen, die man mochte, ein paar Nüsse und rundes Obst. Heute bekommen die Kinder zu Nikolaus (vgl. auch Ostern oder 'Nebengeburtstage') Geschenke und eventuell Lindt-Bärchen. Ob knallharter Atheismus oder anderer Extremismus dahinter steckt, ist nicht bekannt. Aber warum gerade Bärchen? Man weiß es nicht.
Einen schönen Nikolaus
habe ich da gefunden.
(Handy-Fotto:
Thomas Ottensmann)


Sonntag, 4. Dezember 2011

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Nach dem 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga stellt sich die Republik mal wieder Fragen. Sind die Bayern, gähn, noch zu stoppen? Sollte Felix Magath nie wieder mit seinen Spielern sprechen? Kann Borussia Mönchengladbach 
Oh, wie schön ist Sansibar!
(Foto: Thomas Ottensmann)
Herbstmeister werden? Die Antwort ist einfach, fängt mit 'J' an und hört mit 'a' auf.


Andererseits gibt es Fragen, die sich gar nicht erst stellen. Wie, sagen wir mal, ob der 1. FC Köln auch ohne Lukas Podolski bundesligatauglich wäre. Oder Schalke 04 ohne Huntelaar und Raul. Erfeulich hingegen, wenn internationale Fußballlehrer nationale Fußballschüler mit extrinsischer Motivation geradezu einreiben (Stole Solbakken: "Lukas hat seine Arbeit gemacht.")


Für Aufregung sorgte der in Mönchengladbach nicht gegebene Feldverweis gegen den Klopp des Gemetzels nach einer Tätlichkeit gegen den Fohlen-Torschützen Mike Hanke ("Absolut eine Rote Karte."). Hier werden die Fernsehbilder eine deutliche Sprache sprechen oder die Slo-Mo, wie wir Medienmenschen sagen. 


Bayerns Verteidiger Badstuber, Holger blieb hingegen bei seiner Muttersprache und im restringierten Sprachcode: "Man hat Zeitlupen und dann sieht man, was passiert ist." Werder-Stürmer Claudio Lasagno war bei der Attacke auf die oberen Brustwirbel von Badstuber bestens im Bild. In HD. Aber, Tatsache, es wird keine Sperre gegen den eigentlich bis zur Schmerzgrenze sympathischen Peruaner geben. Denn der Schiri hatte die Szene zwar aber gesehen, als harmlos empfunden und weiterspielen lassen. Vielleicht noch eine Frage: Wann hätte er denn gepfiffen? Wenn die Rippe mit lauten Kraaack (an dieser Stelle ein Gruß an die Spezialisten von CarGlass) geborsten wäre?


Aber es war ja ohnehin ein Spieltag mit ganz eigener Dynamik. Sogar mit recht eigenwilliger Aerodynamik: "In der Luft war es heute schwierig", analysierte Hertha-Abwehrspieler Roman Hubnik nach seiner Nominierung für die Eselei des Monats messerscharf. So einen Flugkopfball muss man als Defensiver auch erst mal versenken. Für Fußball-Ästheten eher zweitrangig ist dabei die Frage, ob es das richtige Tor war. Apropos: Was ist eigentlich so ein richtiges Tor? Und wo steht dann das Falsche? Fragen über Fragen, die wir hier an dieser Stelle ohne Rahmeneckgelenk-Sprengung definitiv nicht klären können. Dafür gibt es schließlich den 16. Spieltag.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Allüberall Spitzenspiele

Am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga haben die Macher des Bezahlfernsehens in Deutschland wieder ganze Arbeit geleistet. Was für eine Spielansetzung! Allüberall Spitzenspiele, auf allen Sendeplätzen - und die beiden Topspiele am Freitag- und Samstagabend sind ebenso hochkarätig besetzt wie die zwei Live-Spiele am Sonntag. Die Konferenz am Samstagnachmittag zur unbeliebten Retro-Anstoßzeit um 15.30 Uhr können wir also getrost ignorieren.

Unter Flutlicht eröffnen die beiden Spitzenteams aus den Metropolen Leverkusen und Hoffenheim den Spieltag unter Flutlicht. Ein rauschendes Fußballfest am Rhein, wenn die beiden Werksmannschaften der Bayer-Werke und SAP zum Duell der Giganten antreten. Auch die Fanclubs der beiden bundesweit beliebten Teams werden wieder mit einer schönen Choreographie und Konfetti aus der Stadionzeitung überraschen. Fahnen werden da sein und Megaphone - und wer weiß, vielleicht sogar eine große Pauke. Der Sechste gegen den Neunten, Leverkusen hat nur vier Punkte Vorsprung auf 1899. Da geht was. Hoffenheim will unbedingt in den Europäischen Wettbewerb, national hat man ja schon alle Titel gewonnen, hier müssen neue Reize gesetzt werden. Ähnlich geht es Bayer 04, dem x-fachen Titel- und Pokalgewinner. Die Frage sei erlaubt: Ist der TSV etwa satt? Robin Dutt, der Meistertrainer aus dem Sherwood Forrest, ist gefragt. Aber Holger Stanislawski wäre ja nicht der "Stani" würde er nicht behände antizipieren und einen eigenen Matchplan aus dem nicht vorhandenen Hut zaubern. Prickelnd! Bayer 04 - 1899 0:0


Vorfreude schon jetzt auf dem Samstagabend, wenn der VfB Stuttgart und der 1.FC Köln in der Mercedes-Benz-Arena aufeinander treffen. HimmeldieBerge, was für ein brisantes Duell! Der VfB kam beim 0:2 in Bremen etwas vom schon heute legendären Stuttgarter Weg ab, doch Bruno Labbadia wäre ja nicht Bruno Labbadia, wenn er nicht auf den Schlendrian in seiner Elf mit högschder Dischziplin in der täglichen Trainingsarbeit reagiert hätte. Nicht viel besser erging es den Kölnern, die sich bei der 0:3-Heimniederlage gegen Gladbach irgendwie nutzlos und überflüssig vorkamen. Doch die Freude ist nun groß, in dieser Hinserie muss man nicht mehr gegen die Fohlen ran und kann folglich befreit aufspielen. VfB - Kölle 1:2


Manchmal ist es ja durchaus so, dass man am Sonntag die Spiele gar nicht mehr verfolgt und sich dann in der Tagesschau informiert oder in den Dritten. Oder montags in der Zeitung. Das wird diesmal ganz anders sein. Gastwirte, richtet euch auf Full House ein, lasst die Köche schon um 15 Uhr kommen. Hier kann in den zahlreichen Sportbars richtig Umsatz gemacht werden. Am Sonntag um 15.30 Uhr trifft der ruhmreiche Altmeister Hamburger SV (Gründungsmitglied der Bundesliga! Der Dino! Noch nie abgestiegen! Mit einem kloppähnlichen Trainer!) auf den ruhmreichen Altmeister 1.FC Nürnberg (Die Clubberer! Der Club! Früher mal Meister!). Prall der Giganten. Platz 14 gegen Platz 15, nur einen Zähler voneinander entfernt. Wer den Absturz in die Problemzone ab Platz 16 vermeiden will, sollte dreifach punkten. Dumm nur, dass das nicht zu den Spezialitäten dieser beiden Teams gehört. Beide haben von 14 Spiele gerade mal drei gewonnen. Jetzt aber! HSV - Nürnberg 1:1


Den Spieltag beschließt am zweiten Advent der ruhmreiche Altmeister FC Schalke 04 (Die Knappen! Die Königsblauen! Die Macht im Revier!), wenn er den Ex-Klub des ruhmreichen Altinternationalen Helmut Haller, den bärenstarken Aufsteiger FC Augsburg in der Gelsenkirchener Turnhalle empfängt. Schalke enttäuschte zuletzt im relativ unwichtigen Auswärtsspiel in Dortmund. Augsburg hingegen feierte einen Sieg mit zwei Toren Unterschied. Zu Null. Hochspannung garantiert. Ist wie im richtigen Leben, das Beste kommt halt am Schluss. Schalke - Augsburg 1:0
















PS: Der Vollständigkeit halber erwähnt sei, dass am Samstag noch folgende Spiele zur Austragung gelangen: 


Borussia Mönchengladbach - BVB 2:1
Wolfsburg - Mainz 1:3
Freiburg - Hannover 0:1
Bayern - Bremen 4:2
Kaiserslautern - Hertha 1:2